Sucht hat viele Gesichter
„Sucht“ kennt viele Begriffe: „Abhängigkeit“, „Substanzmissbrauch“, „Abhängigkeitssyndrom“ und „Substanzgebrauchsstörung“ werden in der Regel oft verwendet. Sie bedeuten den zwanghaften Konsum von Alkohol, rezeptfreien Medikamenten, Drogen oder anderen stimmungsverändernden Substanzen.
Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existierte der Begriff Sucht von 1957 bis 1963. Danach wurde er zunächst durch Missbrauch und Abhängigkeit ersetzt. Schließlich wurde nach 1969 das Missbrauchskonzept zugunsten vier definierter Klassen des Gebrauchs verworfen:
- Unerlaubter Gebrauch ist ein von der Gesellschaft nicht tolerierter Gebrauch.
- Gefährlicher Gebrauch ist ein Gebrauch mit wahrscheinlich schädlichen Folgen für den Konsumenten.
- Dysfunktionaler Gebrauch liegt vor, wenn psychische oder soziale Anforderungen beeinträchtigt sind.
- Schädlicher Gebrauch hat bereits schädliche Folgen (Zellschäden, psychische Störung) hervorgerufen.
Der professionelle und wissenschaftliche Sprachgebrauch in den Bereichen Medizin, Psychiatrie, Psychologie und Soziale Arbeit bevorzugt mittlerweile die Formulierungen des ICD-10 und spricht von Abhängigkeit und speziell vom Abhängigkeitssyndrom für stoffgebundene Abhängigkeiten.
Suchtbehandlung und Suchtkrankheiten im Überblick
Ähnlich wie bei anderen chronischen Krankheiten wie zB. Diabetes, Asthma und Bluthochdruck gibt es bei der Sucht oft Zyklen von Rückfällen und Remissionen. Aber wie andere chronische Krankheiten auch, kann die Sucht wirksam behandelt und erfolgreich bewältigt werden.
Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Arten von Sucht (stoffgebundene Sucht oder nicht-stoffgebundene Sucht), wie sie sich auf Sie auswirken und wie sie behandelt werden können.
Alkohol
Alkohol ist die am häufigsten verwendete berauschende Substanz in Österreich. Der Konsum ist für Menschen ab 16 Jahren legal und geschieht grundsätzlich ohne Zwischenfälle. Es gibt jedoch ein Kontinuum von Risiken und Problemen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum.
Medikamente
Viele Medikamente können Krankheiten verhindern, lindern oder heilen. Werden bestimmte Arzneimittel aber zu lange und in zu großen Mengen eingenommen, dann können sie krank machen. Bei Medikamentensucht entwickeln die Betroffenen ein kaum beherrschbares Verlangen nach einem bestimmten Medikament. Hohes Suchtpotenzial besitzen vor allem Schmerz-, Beruhigungs- und Schlafmittel. Werden diese Medikamente abgesetzt, führt dies im Falle einer Abhängigkeit zu körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen. Der Begriff „Sucht“ wird meist eher mit Alkohol- und Drogenabhängigkeit in Verbindung gebracht, doch nach Einschätzung von Experten handelt es sich bei der Medikamentensucht sogar um ein recht weit verbreitetes Problem. Die Abhängigkeit von Medikamenten stellt sich meist schleichend ein und wird häufig erst spät oder gar nicht diagnostiziert, weshalb die Dunkelziffer der Betroffenen vermutlich deutlich höher ist, als offiziell bekannt.
Illegale Drogen bzw. Substanzen
Unter illegalen Drogen versteht man psychoaktive Substanzen, deren Erwerb und Besitz in Österreich gesetzlich nicht erlaubt ist. Umgangssprachlich werden diese Substanzen meist als Drogen bezeichnet, doch das Wort „Drogen“ kommt in den österreichischen Gesetzen nicht vor. Illegale Substanzen werden mit dem Ziel konsumiert, Erlebnis- oder Bewusstseinsveränderungen herbeizuführen. In Österreich gibt es derzeit etwa 35.000 bis 38.000 Personen mit problematischem Drogenkonsum, das bedeutet in erster Linie den Konsum mehrerer Substanzen in Verbindung mit Opiaten als sogenannte „Leitdroge“ (GÖG, Bericht zur Drogensituation 2019.
Wirkweise und Gefahrenpotenziale einzelner Substanzen.
Nicht-stoffgebundene Sucht
Als nicht-stoffgebundene oder substanzungebundene Abhängigkeit bezeichnen Psychologie und Psychotherapie jene Formen psychischer Zwänge und Abhängigkeiten, die nicht an die Einnahme von psychoaktiven Substanzen (wie z. B. Alkohol, Nikotin oder anderer Drogen) gebunden sind. Die Betroffenen sind vielmehr abhängig von bestimmten Verhaltensweisen, die nicht mehr kontrolliert werden können. Wie bei der stoffgebundenen Sucht entwickeln sich nach und nach schwerwiegende psychische und körperliche Folgen. Die Abhängigkeit kann die Lebensführung enorm beeinträchtigen und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führen. Beispiele für nicht-stoffgebundene Abhängigkeiten sind:
- Spielsucht (Pathologisches Spielen)
- Arbeitssucht
- Kaufzwang
- Medienabhängigkeiten (Computer, Internet, etc.)
- Hypersexualität
- Messie-Syndrom
Langzeittherapie in den REVITA Therapiezentren
Das therapeutische Angebot der REVITA Therapiezentren richtet sich an Menschen mit einer Alkohol- und/oder Medikamentenabhängigkeit als Haupt- bzw. Suchtdiagnose. Außerdem wird in Zusammenarbeit mit dem psychiatrischen Konsiliarius jede Form von psychiatrischer Komorbidität (Begleiterkrankung; Doppel- bzw. Mehrfachdiagnose) behandelt. Opiatabhängige Personen und Personen, die aktuell von illegalen Drogen abhängig sind, können nicht in unsere Einrichtungen aufgenommen werden. Eine Ausnahme besteht im Zusammenhang mit Schmerzmedikation – sollte eine iatrogene Abhängigkeit von Opioiden im Rahmen eines chronischen Schmerzsyndroms vorliegen, ist eine Aufnahme grundsätzlich nicht kontraindiziert und wird durch den psychiatrischen Konsiliarius überprüft.
Mehr Details und Informationen finden Sie hier:
REVITA THERAPIEZENTREN
Therapiekonzept
Voraussetzungen der Aufnahme
Hilfe aus der Abhängigkeit
Abhängigkeit ist individuell und betrifft den intimsten Lebensbereich eines Menschen. Doch Sie sind nicht alleine! Das Team der REVITA Therapiezentren steht Ihnen in jeder Lebenssituation zur Seite. Wir sind hier, um zu helfen.